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Am Montag, den 30.11.15 haben wir, die Klasse 10R, 

 

einen Ausflug ins Staatssicherheitsgefängnis der ehemaligen DDR gemacht. Der Ausflug sollte uns die Ungerechtigkeit des damaligen DDR-Systems näher bringen.

Zuerst wurde uns der Bereich „HAFT“ gezeigt. Dort sahen wir die Originaletage der männlichen Häftlinge. Es roch noch genau wie früher. Es wurde uns erklärt, dass in den Zellen 4-6 Häftlinge in Doppelstockbetten untergebracht waren. Die Toilette befand sich ohne Abgrenzung im Raum, sodass die Häftlinge keinerlei Privatsphäre hatten, besonders auch durch die Aufseher, die alle 5-8 Minuten die Zellen kontrollierten. Sie hatten Kontrolle über das Licht in der Zelle und gaben eintöniges, vitaminloses Essen in die Zellen. So wurden die Inhaftierten schikaniert. Duschen durfte man einmal die Woche, zellenweise. Danach wurde uns der Bereich „DIKTATUR“ gezeigt. Besonders beeindruckend fanden wir hier den Raum „Sag mir, wo du stehst“. Hier befanden sich elektronische Comics an der Wand, wo wir uns für einen Weg entscheiden mussten: Anpassung oder Widerstand? Je nach Entscheidung wurde die Konsequenz in einer Diktatur erläutert. Unter anderem wurden uns auch die Methoden der Spitzel zum Ausspionieren gezeigt. Der Bereich „REVOLUTION“ war die letzte Etage. Dort befanden sich die Daten wichtiger Ereignisse bis zum Jahr der Grenzöffnung. Außerdem wurde eine Demonstration bildlich dargestellt. Zuletzt erzählte uns der Zeitzeuge „Klaus Wolf“ aus Eisenach von seiner Inhaftierung und seiner Ausreise in den Westen. Er wurde inhaftiert, weil er etwas gegen den Staat (staatsfeindliche Hetze) gesagt hatte. Die Erzählung über die nicht menschenwürdigen Behandlungen und die Kommunikation durch das „Klopfalphabet“ und das „weiße Telefon“ fanden wir sehr interessant. Nach 9 Monaten wurde er freigekauft und fuhr nach Gießen; Herleshausen war der erste Ort in Freiheit.

Am Interessantesten fanden wir den Raum „Sag mir, wo du stehst“, dass die erste Etage aussah wie früher und das Gespräch mit dem Zeitzeugen.

Den Ausflug zur „Andreasstraße“ würden wir jeder 10. Klasse empfehlen!

Annabelle Deist und Monique Göttmann (10R)