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Die Schüler Jan Gutewort, Maik Jordan und Julian Müller der 9R der Südringgauschule wurden von der VR-Bank mit dem Stiftungspreis 2017 „Ein HERZ für die Region“ ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Karl Fehr – ein stilles Vorbild“ belegten sie den ersten Platz und gewannen 1 500 €.

Foto 1: Die Gewinner nach der Preisverleihung in Eschwege im E-Werk

Das von den Schülern eingereichte Projekt ist ein Beispiel für die Erlangung von drei wichtigen Kompetenzen an unserer Schule: Sehen – Beurteilen – Handeln.

Sehen: Am Anfang eines jeden Projektes steht immer die Information. So verstanden es die drei Jugendlichen u.a. durch Befragung von Experten, Erkundungen über Karl Fehr einzuholen.

Beurteilen: Die erlangten Informationen mussten bewertet und das besondere Verhalten der Persönlichkeit „Karl Fehr“ als Vorbild herausgearbeitet werden.

Handeln: Das Ergebnis wurde zunächst Mitschülern und den älteren Bürgern von Herleshausen im Erzählcafé des Margot-von-Schutzbarstiftes vorgestellt. In einem Teil der Präsentation wurde der Bezug unserer Schule zu Karl Fehr und dem Russenfriedhof in den vergangenen Schuljahren hergestellt: Schmücken der Soldatengräber mit Gartensträußen oder selbstgefertigten Gestecken zum Volkstrauertag, aber auch die Teilnahme an vielen Gedenkfeiern und die Begegnung russischer Angehöriger mit den Schülern.

Der Höhepunkt dieses Projektes war die Gestaltung einer würdigen Feier am 9. Mai 2017 auf dem Hof Fehr in der Schulstraße zur Enthüllung einer Gedenktafel. Diese wurde mit dem von der VR-Bank zur Verfügung gestellten Startkapital von 100 € finanziert. Durch den Besuch einer Russin und eines Georgiers, anlässlich des Gedenktages 72 Jahre Kriegsende, sowie drei Schulklassen und interessierten Dorfbewohnern wurde die Veranstaltung der drei Schüler zu einem besonderen Erlebnis.

Foto 2 und 3: Gedenkeier auf dem Hof Fehr

Der unter Karl Fehr angelegte sowjetische Soldatenfriedhof hat sich über die Jahrzehnte zu einem Ort der Begegnung und Freundschaft entwickelt. Angefangen hat alles mit Karl Fehrs Kompetenz, herausgebildet durch seine Mutter: Sich in die Lage seiner Mitmenschen versetzen und sie achten in ihrer Menschenwürde. Das ist auch heute nicht immer selbstverständlich, dazu bedarf es Mut und Besonnenheit. Jan Gutewort, Maik Jordan und Julian Müller konnten dies durch ihre Arbeit erfahren.

Foto 4 Jan, Julian und Maik mit dem Besuch aus Georgien und Russland sowie den Enkeln von Karl Fehr und dem Bürgermeister der Gemeinde

Bestätigt wurden Jan, Maik und Julian in ihrem Tun durch die ausländischen Gäste, Nachfahren zweier verstorbener sowjetischer Soldaten, die auf unserer Kriegsgräberstätte ruhen. Da war der 32 jährige Alexander A. aus Georgien, der mittlerweile in Deutschland Volkswirtschaft studiert hat. In unserem Land möchte er „gelebte Demokratie“ erfahren, um sie in seiner Heimat umzusetzen. Er war beeindruckt von der Arbeit der drei Schüler.

Und Ljudmila K. aus Kemerowo schreibt rückblickend in einem Dankesbrief: „Und die Tatsache, dass wir Freunde geworden sind, obwohl wir vor 72  Jahren erbitterte Feinde waren, gibt uns Hoffnung, dass es keinen Krieg mehr zwischen uns gibt. Es ist viel besser, Freunde zu treffen, über angenehme Dinge zu sprechen, russischen Wodka oder georgischen Wein zu trinken, dazu deutsche Würstchen essen und fröhliche Lieder singen!!! Wollen wir das alles verlieren?“

Die Südringgauschule leistet ihren Beitrag zur Friedenserziehung.

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